Antioxidantien, wie sie in vielen Nahrungsmittelergänzungen und Multivitaminpräparaten enthalten sind, standen lange in dem Ruf, vor Krebserkrankungen zu schützen, indem sie so genannte freie Radikale unschädlich machten. Neuere Untersuchungen weisen jetzt jedoch in die entgegengesetzte Richtung.

In einer aktuellen Untersuchung der schwedischen Universität Gothenburg (Sayin 2014) fütterten Forscher Mäuse mit Lungenkrebsvorstufen mit zwei verschiedenen Antioxidantien: N-Acetyl-Cystein (NAC - auch in vielen Hustensäften enthalten!) und Vitamin E. Als Folge dieser vitaminangereicherten Ernährung wuchsen die Lungentumore dreimal so schnell wie bei den "nur" normal ernährten Mäusen und die Sterblichkeit der Tiere war verdoppelt. Es scheint, dass von der antioxidativen Wirkung besonders die stoffwechselaktiven Tumorzellen profitieren und dass darüber hinaus körpereigene Tumorabwehrmechanismen durch die Vitaminzufuhr effektiv ausgebremst werden.

Die Forscher betonen die eingeschränkte Übertragbarkeit ihrer Untersuchung auf den Menschen, raten speziell Rauchern, Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen (die häufig NAC als Schleimlöser erhalten!) und Patienten mit Lungenkrebs jedoch zur Vorsicht, bis weitere Studien diesen Verdacht untersuchen.

 

Literatur:

Sayin VI. Sci Transl Med 29 January 2014: Vol. 6, Issue 221, p. 221ra15 DOI: 10.1126/scitranslmed.3007653.